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ANFANGEN oder AUFHÖREN?!

Bei einem Radiosender, den ich ab und zu höre, gibt es eine Sendung, wo (meist bekannte) Menschen auf 10 Fragen kurze Antworten geben sollen. Ich frage mich, was ich auf die ein oder andere Frage wohl sagen würde und bin erstaunt, welche Antworten zu hören sind. Aus dem Fragekatalog wähle ich heute eine Frage aus und stelle sie hier:

„Was ist leichter für Sie, anfangen oder aufhören?“question mark 1020165 640

Bitte erst beantworten – dann weiterlesen. Unser Leben spielt sich häufig zwischen diesen beiden Polen ab. Aufbrechen - die Geburt, die ersten Schritte des Kindes, die Wahl eines Berufes, des Partners, des Wohnortes… Immer wieder stehen wir vor Abschlüssen und Neuanfängen. Mal ist der Aufbruch freiwillig, dann wieder werden wir gezwungen Neues zu beginnen. Am letzten Schultag gab es bei Johanna Tränen. Johanna will nicht in die 3. Klasse! Was willst du denn? „Ich will, dass alles so bleibt wie es ist – es ist doch gerade alles gut.“ Ja, denke ich so hätte ich es auch manchmal gerne, aber über die Jahre habe ich gelernt, dass das Leben immer Aufbruch und Veränderung ist und dass ich oft nur wenige Erinnerungen festhalten kann. Meist werden wir nicht gefragt, ob wir aufbrechen wollen oder nicht.

Wer heute eine Arbeit findet, muss oft den Wohnort mit der ganzen Familie wechseln. Man muss beweglich bleiben und sich auch selbst immer weiterentwickeln. Manche Aufbrüche erleben wir zunächst sogar als einen Zusammenbruch. Dann spüren wir mehr den Verlust in diesem Bruch als das Neue, das dahinter liegen könnte. Wenn eine Freundschaft zerbricht oder eine Ehe, ist das oft sehr schwer. Oder wenn ein Lebensweg durch Krankheit abrupt ganz anders verläuft oder es ganz schlimm kommt, und ein Mensch stirbt. Wenn wir jemanden verlieren, der ein fester Teil unseres Lebens war, dann fühlen wir im Aufbruch eher den Schmerz, der darin liegt. Das, was war, ist nicht mehr. Vertrautes geht mir verloren und ich bin verunsichert. Und die Zukunft liegt noch vor mir und ist mir vollkommen ungewiss. Ein Aufbruch ist ein Moment, in dem ich genau auf der Grenze stehe. Es gibt kein Zurück mehr und der Schritt in die Zukunft erfordert viel Mut. Mut zu neuem – anderem Leben.

So wird es auch Abraham ergangen sein, der auch an einer Schwelle steht. Gen. 12,1-4a: Und der HERR sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. Da zog Abram aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte, und Lot zog mit ihm. Er hört die Aufforderung Gottes, das Vaterland zu verlassen, seine Verwandtschaft und das Elternhaus hinter sich zu lassen. Das alles ist Vertrautes, ist Sicherheit. Etwas, das Abraham jeden Tag sehen und anfassen kann. Auf der anderen Seite steht die Verheißung Gottes, ihm neues Land und viele Nachkommen zu schenken. Das alles kann Abraham nicht sehen und anfassen. Es ist mehr eine Vision, eine Zukunftssicht. Abraham weiß, was er verlieren wird, sein Gewinn ist ein Wagnis. Und dieses Wagnis geht er ein. Dafür gibt es einen guten Grund: Es ist Gott, der ihn zum Aufbruch auffordert, und es ist Gott, der ihm etwas Neues verheißt. Gott ist das Bindeglied zwischen dem Vertrauten Alten und dem unbekannten Neuen. Gott steht mit Abraham an der Schwelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Abraham weiß aus der Vergangenheit, dasser Gott vertrauen kann. Alles, was er kennt, hat Gott ihm geschenkt.

Gott verspricht uns nicht, dass alles so bleibt, wie es ist. Er ruft uns zum Aufbruch und zur Veränderung. Aber ER weiß auch, dass nur der aufbrechen kann, der etwas hat, das Bestand hat. Ich kann Veränderungen nur angehen und überstehen, wenn auch etwas bleibt, das mir sicher ist. Gott ist mir sicher!! Es gibt kein Leben, das immer bleiben kann, wie es ist. Darin liegt Trost für die, die aufbrechen wollen, deren Leben sich verändert und die sich auf Neues freuen. Und Freude für die, die etwas ändern wollen. Darin liegt aber auch Angst für die, die jetzt glücklich und zufrieden sind und ihr Leben so behalten wollen, wie es im Moment ist.

Die Frage vom Anfang kann ich für mich nur im Vertrauen auf Gott und im Glauben beantworten. Ich bin dankbar für das Vergangene und deshalb fällt es mir manchmal schwer aufzuhören. Aber gleichzeitig habe ich gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mit Gott aufgebrochen bin. Deshalb fange ich gern etwas Neues an. Im Vertrauen auf Gott bin ich gespannt, was er mit mir noch so vorhat. Im Glauben liegt viel Trost, Kraft und Hoffnung für alle Aufhörer und Neuanfänger.

Also, liebe Johanna und alle anderen, die gerade mitten in Veränderungen stecken oder auf solche zugehen – Gott selbst macht uns Mut und verspricht uns mitzugehen, egal ob wir den Aufbruch gerade als schön oder schrecklich oder beides zugleich empfinden. Leben bleibt immer Aufbruch, Bewegung und Veränderung, das ist sicher. So sicher wie der Segen, den Gott uns mitgibt. Damit aus jedem neuen Aufbruch neues Leben wächst.

Und so wünsche ich euch mit den Worten von Klaus-Peter Hertzsch (1989), eine gesegnete und behütete Zeit!

Eure Mandy Merkel

Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist,
weil Leben heißt: sich regen, weil Leben wandern heißt.
Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand,
sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.


Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit.
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid. Der uns
in frühen Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns
dahin leiten, wo er uns will und braucht.


Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt. Er
selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land.
Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit. Die
Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.

Losungen

Tageslosung von Dienstag, 23. Oktober 2018
Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich.
Die Samaritaner sprachen zu der Frau: Nun glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.